"DAS FÜNFTE ELEMENT" (FRA/USA 1997)

D: Bruce Willis, Milla Jovovich
R: Luc Besson


Luc Besson hat sicher mehr als einmal "Pulp Fiction" gesehen. Das will ich gar nicht auf die Geschichte beziehen, die einfach nur lustvoller Schund ist. Aber Tom Lister jr. als (schwarzer!) Präsident darf analog zu Ving Rhames` Rolle als Gangsterkönig Marsellus Wallace in Tarrentinos Streifen agieren. Und dann hat ja auch Bruce Willis damals mitgespielt - wie weiland er in das Taxi von Esmeralda fiel, stürzt nun eine äußerst knapp bekleidete junge Dame (Milla Jovovich) in seines.
"Pulp Fiction" ist nicht das einzige Zitat, am auffälligsten sicherlich noch stellenweise haargenau kopierte Aktionen aus Willis' "Stirb langsam"-Streifen. Das soll nicht stören, ist "Das fünfte Element" doch knalliges Popcornkino, wo man seinen Geist abstellen sollte. Mehr hat Besson nie gemacht, mal aufdringlicher hohl wie "The Big Blue" oder mal weniger wie in "Leon". Seine Filme müssen einfach gut aussehen - ach ja und da bin ich schon wieder bei "Pulp Fiction" cool sein.
Die Geschichte ist auf die klare Grundformel zurückgeführt. Gut kämpft gegen böse. Das Böse will die Erde und alles Leben auf ihr vernichten - unterstützt wird es vom Industriemagnaten Zorg (Gary Oldman) und häßlichen außerirdischen Kriegern, den Mangalore. Für das Gute zuständig sind natürlich Bruce Willis und Milla Jovovich.
Vor Jahrhunderten haben freundlich gesinnte Außerirdische vier Steine für Erde, Feuer, Wasser und Wind (in der alphabetischen Reihenfolge) und eine Statue, das fünfte Element, hier gelassen für den Kampf gegen die Finsternis. Das haben sie 1914 mitgenommen - und nun dreihundert Jahre später braucht der Planet diese Waffe. Also fliegen die Aliens ein und werden leider von den Mangalores abgeschossen. Zum Glück wurden noch ein paar lebende Zellen gefunden, so daß man das perfekte Wesen, das zufälligerweise jenes fünfte Element ist, wiedererschaffen kann - in menschlich-weiblicher Gestalt. Leeloo, so nennt sie sich später, kann den Militärs entfliehen - und zwar in Bruce Willis' Taxi. Sie will Pater Cornelius (Ian Holm) finden, der in die Geschichte ihres Volkes und der fünf Elemente eingeweiht ist.
Es beginnt eine wilde Jagd auf die vier Steine, die sehr amüsant ist und sich wunderbar anschaut. Man kann Bessons visuelle Phantasie wirklich nur bewundern, was für ein buntes Panorama er erschaffen hat - alle Achtung. Da müßte man sich den Film glatt noch ein paarmal mehr anschauen.
Allein deswegen lohnt sich das allerdings nicht. Die Kostüme wurden von Jean-Paul Gaultier designt - sie halten, was der Name verspricht. Der Streit um gut und böse soll ein Kindertraum Bessons gewesen sein. Kann ich mir gut vorstellen, mehr IQ als von einem 10jährigen verlangt er nicht. Die Story ist reinster, wollüstigster Trash - nur mit monumentalen Mitteln in Szene gesetzt (weswegen sich auch monumentale Massen den Streifen ansehen), die Figuren überlebensgroße Abziehbilder, die ebensogut aus einem Comic stammen könnten. Da ist die namhafte Schauspielercrew fast ein wenig unterfordert. "Das fünfte Element" nimmt sich zum Glück selbst nicht ernst, sondern erfüllt dem schauwütigen gestreßten Zuschauer den sehnlichen Wunsch nach geistloser Berieselung. Popcornkino in Reinkultur!
Schade eigentlich, daß so großartige Mittel in einem derart geistlosen Film verschwendet wurden.
Aber - Meckern mußte ich hier mal - viel Spaß macht "Das fünfte Element" trotzdem.

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